Anke Römer Kommunikation

Langeweile

Am Kinder – und Jugendtelefon der „Nummer gegen Kummer e.V.“ rufen oft Kinder oder Jugendliche an, die sagen, ihnen ist langweilig. Ich beglückwünsche sie dann dazu. Weil es toll ist, wenn man sich selbst die Möglichkeit gibt, einfach mal an die Decke oder vor sich hin zu starren, aus dem Fenster zu sehen und nicht unbedingt etwas zu tun zu haben. (Ob man eigentlich etwas machen müsste und nur keine Lust dazu hat oder das noch langweiliger finden würde, ist eine andere Sache.) Ich glaube, es fällt gerade Kindern noch leichter, die unliebsamen Dinge und Erledigungen liegen zu lassen (wie Hausaufgaben machen, Zimmer aufräumen, Müll rausbringen etc.). Denn wenn ich dann frage, ob es etwas gibt, was sie jetzt tun könnten oder müssten, bejahen sie das meist. Vielleicht nehmen sich Körper und Geist aber einfach eine Pause, was dann als Langeweile empfunden wird. Es ist strittig, ob einige Erfindungen durch Langeweile oder Zufall entstanden sind. Vielleicht aus Beidem. Aus meiner Sicht hat die Langeweile vermutlich wieder Kapazitäten im Hirn geschaffen, die Kreativität freigesetzt hat. Somit besteht dann zwar keine Langeweile mehr, aber dem Geist hat sie bis dorthin geholfen. Zumindest finden die meisten Kinder und Jugendlichen diesen Ansatz spannend und es nimmt ihnen auch das schlechte Gewissen. Jeder definiert Langeweile anders. Denke ich an Urlaub, heißt das für mich Strand, aufs Meer schauen, lange Spaziergänge ... das empfinden einige Menschen aber als langweilig, ebenso, dass ich jedes Jahr nach Dänemark fahre ... wie langweilig. Ja dann bin ich langweilig. Aber ein Gefühl von Langeweile, hatte ich schon länger nicht mehr, auch nicht im Alltag. Das finde ich schade. Aus meiner Kindheit und Jugend kenne ich dieses Gefühl noch und da hat es mir nicht gefallen – genau wie den Anrufenden am Telefon, denen ich heute sage, wie schön das doch ist. Vielleicht sollte ich bewusst mal wieder in die Langeweile gehen, auch wenn ich genug zu tun habe. Also wie früher, was liegenlassen und denken ... “IST MIR LANGWEILIG“. Wer weiß, welche neuen Ideen mein Hirn danach freisetzt. Wann war dir das letzte Mal langweilig? Herzlichst Anke
Anke Römer Kommunikation

Anke Römer

+49 (0)162 6306351 mail@anke-roemer-kommunikation.de

Langeweile

Am Kinder – und Jugendtelefon der „Nummer gegen Kummer e.V.“ rufen oft Kinder oder Jugendliche an, die sagen, ihnen ist langweilig. Ich beglückwünsche sie dann dazu. Weil es toll ist, wenn man sich selbst die Möglichkeit gibt, einfach mal an die Decke oder vor sich hin zu starren, aus dem Fenster zu sehen und nicht unbedingt etwas zu tun zu haben. (Ob man eigentlich etwas machen müsste und nur keine Lust dazu hat oder das noch langweiliger finden würde, ist eine andere Sache.) Ich glaube, es fällt gerade Kindern noch leichter, die unliebsamen Dinge und Erledigungen liegen zu lassen (wie Hausaufgaben machen, Zimmer aufräumen, Müll rausbringen etc.). Denn wenn ich dann frage, ob es etwas gibt, was sie jetzt tun könnten oder müssten, bejahen sie das meist. Vielleicht nehmen sich Körper und Geist aber einfach eine Pause, was dann als Langeweile empfunden wird. Es ist strittig, ob einige Erfindungen durch Langeweile oder Zufall entstanden sind. Vielleicht aus Beidem. Aus meiner Sicht hat die Langeweile vermutlich wieder Kapazitäten im Hirn geschaffen, die Kreativität freigesetzt hat. Somit besteht dann zwar keine Langeweile mehr, aber dem Geist hat sie bis dorthin geholfen. Zumindest finden die meisten Kinder und Jugendlichen diesen Ansatz spannend und es nimmt ihnen auch das schlechte Gewissen. Jeder definiert Langeweile anders. Denke ich an Urlaub, heißt das für mich Strand, aufs Meer schauen, lange Spaziergänge ... das empfinden einige Menschen aber als langweilig, ebenso, dass ich jedes Jahr nach Dänemark fahre ... wie langweilig. Ja dann bin ich langweilig. Aber ein Gefühl von Langeweile, hatte ich schon länger nicht mehr, auch nicht im Alltag. Das finde ich schade. Aus meiner Kindheit und Jugend kenne ich dieses Gefühl noch und da hat es mir nicht gefallen – genau wie den Anrufenden am Telefon, denen ich heute sage, wie schön das doch ist. Vielleicht sollte ich bewusst mal wieder in die Langeweile gehen, auch wenn ich genug zu tun habe. Also wie früher, was liegenlassen und denken ... “IST MIR LANGWEILIG“. Wer weiß, welche neuen Ideen mein Hirn danach freisetzt. Wann war dir das letzte Mal langweilig? Herzlichst Anke